Gute Cholesterinwerte ohne Medikamente

Mit der richtigen Ernährung die HDL-Funktion verbessern

Das HDL-Cholesterin (HDL = High-Density-Lipoproteine) gilt gemeinhin als das „gute“, vor Arteriosklerose schützende Cholesterin. Es trägt dazu bei, das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen zu senken. Je mehr davon im Blut vorhanden ist, umso niedriger wird in der Regel das kardiovaskuläre Risiko eingestuft. Doch wie sind die Zusammenhänge wirklich? Neue Studien verraten, was zu tun ist.

Mehrere große Interventionsstudien kamen in den letzten Jahren zu dem Ergebnis, dass eine zusätzliche, rein medikamentöse Anhebung des HDL-Spiegels, zum Beispiel mit so gennannten CETP-Hemmern, das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen nicht weiter reduziert.

Dies lässt darauf schließen, dass es bei den Schutzeffekten des HDL nicht nur auf die absolute Höhe des Serumspiegels ankommt. Vielmehr scheinen auch die funktionellen Eigenschaften des HDL-Cholesterins von Bedeutung zu sein.

Nützliche Cholesterin-Staubsauger

Eine zentrale Funktion des HDL ist seine Fähigkeit, Cholesterin aus fettreichen Zellen in der Gefäßwand aufzunehmen und zur Leber zurück zu transportieren („reverse cholesterol transport“). HDL-Partikel sind quasi der „Staubsauger“ in unseren Arterien. HDL begünstigt zudem auch eine Entspannung der Schlagadern, hat gerinnungs- und entzündungshemmende Eigenschaften und hilft, Verletzungen am Endothel, der Gefäßinnenhaut, zu reparieren.

Dabei ist HDL ein sehr komplexes Partikel, das mehr als 100 verschiedene Eiweiße enthält. Deren Zusammensetzung kann variieren und wird unter anderem durch Entzündungsprozesse und Diabetes, aber auch durch Sport und nicht zuletzt durch die Ernährung beeinflusst.

PREDIMED-Studie: Wie beeinflusst Ernährung das gute HDL?

Zu diesem Ergebnis kommt auch eine aktuelle Analyse im Rahmen der viel zitierten PREDIMED-Studie zur mediterranen Ernährung. Wissenschaftler des Medical Research Institutes des Hospital del Mar in Barcelona werteten eine Stichprobe von 296 Patienten aus, die in drei Gruppen eingeteilt waren.

Die ersten zwei Gruppen sollten sich mediterran ernähren: viel Gemüse, Obst und Fisch verzehren, aber auf Zucker, Softdrinks und hochverarbeitete Getreideprodukte verzichten. Bei der ersten Gruppe wurde die Nahrung zudem mit Nüssen angereichert, bei der zweiten Gruppe mit Olivenöl. Die dritte Gruppe sollte sich nach einer fettarmen, kohlenhydratreichen Standarddiät (ähnlich den DGE-Empfehlungen) ernähren. Untersucht wurde, wie sich die HDL-Funktion im Laufe eines Jahres durch die jeweilige Ernährungsform veränderte.

Olivenölreiche, mediterrane Kost stärkt HDL-Schutz

In den drei Gruppen zeigten sich deutliche Unterschiede bei der Entwicklung der einzelnen Funktionsparameter des HDL: Bei beiden Varianten der mediterranen Kost (mit Nüssen beziehungsweise mit Olivenöl) erhöhte sich der Abtransport des Cholesterins aus der Gefäßwand in die Leber im Vergleich zur fettarmen Standarddiät signifikant. Nur die an Olivenöl reiche Kost erhöhte jedoch auch die Fähigkeit des HDL, die Eigenschaften gefäßschädigender Cholesterinpartikel chemisch zu verändern und verringerte zudem die Aktivität Cholesterin transportierender Enzyme in Richtung Gefäßwand. Weiterhin verbesserten sich nur in der Olivenölgruppe die gefäßerweiternden Kapazitäten des HDL deutlich.

Olivenöl im Kochbuch Prävent

Insgesamt gebe es damit klare Hinweise darauf, dass vor allem eine olivenölreiche, mediterrane Kost die HDL-Funktion so verändert, dass sich dies tendenziell günstig auf das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall auswirke, betonen die Autoren der Studie.

5 Esslöffel Olivenöl

Mit der Verbesserung der HDL-Funktion wurde ein weiterer positiver Wirkmechanismus der mediterranen Ernährung beschrieben, der die bekannten günstigen Effekte auf das LDL-Cholesterin, den Zuckerstoffwechsel und die Entzündungswerte ergänzt.

Gutes Olivenöl („natives Olivenöl extra“, „extra vergine“ oder „extra virgen“) sollte man deshalb reichlich verzehren. In der PREDIMED-Studie lautete die Empfehlung: mindestens 5 Esslöffel pro Tag.

Fazit für das Prävent Centrum

Die Untersuchung bestätigt einmal mehr die gesundheitsfördernden Wirkungen der mediterranen Ernährung, die wir hier im Prävent Centrum bereits seit langem favorisieren.

Wer seinem Körper eine ausgewogene traditionelle Mittelmeerküche gönnt, reduziert nicht nur Risikofaktoren für Herz- Kreislauferkrankungen, Diabetes und Übergewicht, sondern fühlt sich auch wohler, verbessert seine Immunabwehr und ist leistungsfähiger. Ohne, dass auf Genuss verzichtet werden muss.

Anregungen zum gesunden Genießen geben wir Ihnen in unserem Kochbuch Gesundheit fängt beim Kochen an.