Fett für die Pumpe

Omega-3-Fettsäuren schützen (nicht nur) Herz und GefäßeJürgen Peterek, Kardiologe Prävent Centrum

Omega-3-Fettsäuren sind wahre „Herzschrittmacher“ – das belegen inzwischen zahlreiche Untersuchungen. Doch nicht nur das. Sie können nicht nur das Herz-Kreislaufsystem schützen. Sie sind lebensnotwendig und unterstützen zahlreiche Körperfunktionen. Aber sie sind nicht ausreichend in aller Munde. Erfahren Sie hier das wichtigste über Omega-3-Fettsäuren, über deren Bedeutung für unsere Gesundheit, wie Sie Ihren Bedarf decken, worauf es zu achten gilt und wie wir Sie dabei unterstützen können.

Hilfe für Herzinfarktpatienten

Nach einem Herzinfarkt verändert sich das Herz in Struktur und Funktion, Mediziner nennen das Remodeling (englisch: Umbau). Oft führt dies zu Herzschwäche, trotz modernster Therapiemöglichkeiten. Eine Bostoner Studie kam 2016 zu dem Ergebnis: Omega-3 reduziert das Remodeling, Entzündungsmarker sowie Vernarbungen und verbessert so die Überlebenschancen und Genesung.

Lebensnotwendig für den Körper

Omega-3-Fette gehören zu den essentiellen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Essentiell bedeutet: sie sind lebensnotwendig, aber unser Körper kann sie nicht selbst herstellen. Wir müssen sie über die Nahrung zuführen.

Als wichtiger Bestandteil der Zellmembranen unterstützen die Omega-3-Fettsäuren zahlreiche Körperfunktionen. Sie

  • verbessern die Fließeigenschaften des Blutes
  • wirken entzündungshemmend
  • regulieren die Blutfette

und können so beipsielsweise vor Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen, aber auch Rheuma schützen.

Darüber hinaus sind sie unter anderem auch wichtig für die Augen und die Hirnfunktion.

Omega-3-Lieferanten

Omega-3-Fette sind zwar essentiell, aber leider nicht ausreichend in aller Munde. Da unser Körper sie nicht selbst herstellen kann, haben viele Menschen einen Mangel. In unserer modernen Welt stehen häufig zu wenig Omega-3-Fette auf dem Speiseplan.

Ein hervorragender Omega-3-Lieferant ist fetter Fisch, so zum Beispiel Lachs oder Markrele. Gute Quellen sind auch Avocados, Nüsse, Leinsamen, Linsen, Sojabohnen sowie Raps-, Lein- oder Walnussöl.

Auf das Verhältnis von Omega-3 und Omega-6 achten

Auch das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle. Beide Fettsäuren sind wichtig, aber nur im richtigen Verhältnis können sie für gute Zellgesundheit sorgen, denn sie verhalten sich wie Gegenspieler.

Empfehlenswert ist ein Verhältnis von 5:1 (Omega-6 : Omega-3). Oft liegt es jedoch bei 12:1 oder darüber. Dem Zuwenig an Omega-3 steht ein Zuviel an Omega-6 auf dem Speiseplan gegenüber, unter anderem in Form von Pflanzenfetten (z. B. Mais- oder Sonnenblumenöl), tierischen Fetten (auch Milchprodukten) und Getreideprodukten.

Omega-3 Bedarf ermitteln

Es kann ggf. sinnvoll sein, ein Fettsäureprofil erstellen zu lassen. Grundsätzlich ist unser Ziel, eine ausreichende Zufuhr und ein ausgewogenes Verhältnis über die Nahrung und ggf. Ernährungsumstellung zu erreichen. Bei Bedarf und erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko kann eine Nahrungsergänzung mit hochwertigen Präparaten sinnvoll sein.