Grippe: Schützen Sie sich rechtzeitig!

Tetravalenter Impfstoff sorgt für guten Schutz gegen Influenza

Schützen Sie sich vor Grippe

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Nach der schweren Grippewelle 2017/2018 ist es uns ein besonderes Anliegen, Sie frühzeitig auf die Grippeschutzimpfung für die kommende Saison aufmerksam zu machen. Die Risiken einer Influenza dürfen nicht unterschätzt werden.

 

 

Grippewelle 2017/2018 besonders schwer

Viele erinnern sich nur allzu gut an die heftige Grippewelle im vergangenen Winter 2017/2018. Von Dezember 2017 bis April 2018 erkrankten laut RKI (Robert-Koch-Institut) nachweislich 333.567 Menschen an einer Grippe (Influenza). Doch die Zahl der tatsächlich Betroffenen lag vermutlich deutlich höher. Denn bei diesen Zahlen handelt es sich nur um die offiziell registrierten Grippefälle.

Etwa 60.000 der registrierten Grippepatienten musste aufgrund der Schwere der Erkrankung ins Krankenhaus. Und nachweislich 1.665 Grippeerkrankte verstarben an den Folgen der Influenza (Infektion). Aber auch hier könnte die tatsächliche Zahl deutlich darüber liegen. Denn viele Todesfälle lassen sich nicht eindeutig mit einem Gripperreger in Verbindung bringen.

Zum Vergleich: Bereits der Winter 2016/2017 galt als schwere Grippesaison. Damas gab es 114.200 offiziell registrierte Grippefälle und 723 Patienten verstarben.

Unzureichender Schutz durch Dreifach-Impfstoff

Wie kam es zu dem schweren Verlauf in der letzten Grippesaison? Maßgeblich dazu beigetragen hat sicherlich der überwiegend verwendete trivalente Impfstoff. Dieser Dreifach-Impfstoff konnte nicht vor den Influenza B-Viren vom Typ Yamagate schützen. Laut Experten waren aber genau dieser Virustyp ein Hauptauslöser für die schwere Grippewelle.

Vierfach-Impfstoff für besseren Schutz jetzt offiziell empfohlen

Bereits in unserem Prävent Journal Ausgabe 3/2017 (Herbst) hatten wir für den Einsatz des wesentlich wirksameren Vierfach-Impfstoffes plädiert und diesen auch bei uns im Prävent Centrum empfohlen und verwendet. Dieser so genannte tetravalente Impfstoff konnte in der vergangenen Grippesaison aber nur bei Privatversicherten und Selbstzahlern eingesetzt werden. Von den gesetzlichen Krankenkassen wurde nur der Dreifach-Impfstoff übernommen, der erhebliche Immunitätslücken lässt.

Unsere Einschätzung, dass der Vierfach-Impfstoff zum Standard gehören sollte, teilen nun endlich auch offizielle Stellen.

Inzwischen hat der Gemeinsame Bundesausschuss aus Vertretern von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken beschlossen, dass ab der Grippesaison 2018/2019 der Vierfach-Impfstoff mit der jeweils aktuellen, von der WHO empfohlenen Antigenkombination zum Standard gehört.

Tetravalenter Impfstoff bietet besseren Schutz

Jährliche Anpassung der Impfstoffe

Während einer Grippesaison zirkulieren üblicherweise mehrere verschiedene Influenza-Stämme. Da sich deren Eigenschaften verändern, wird die Antigenkombination der Impfstoffe von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Jahr für Jahr neu festgelegt. Dabei werden jeweils diejenigen Virus-Stämme berücksichtigt, die für den überwiegenden Anteil der Influenza-Infektionen in der vergangenen Saison verantwortlich waren. Nach Genehmigung der Stammanpassung erfolgt chargenweise durch das Paul-Ehrlich-Institut die Prüfung und Freigabe der hergestellten Influenza-Impfstoffe, die dann in der laufenden Saison in den Handel gelangen und angewendet werden. In den vergangenen Jahren wurden die saisonalen Grippewellen meist durch vier Influenza-Subtypen ausgelöst, nämlich A/H1N1, A/H3N2, B/Victoria und B/Yamagata.

Dreifach- oder Vierfach-Impfstoff?

Bis 2012 wurden ausschließlich so genannte trivalente Impfstoffe (Dreifach-Impfstoffe) eingesetzt, die nur drei dieser Virusstämme – die beiden A-Subtypen und einen B-Subtyp – enthielten. Dabei wurde immer der B-Subtyp empfohlen, von dem die Wissenschaftler der WHO erwarteten, dass er in der nächsten Grippesaison vorherrschend sein würde. Allerdings hat sich die B-Epidemiologie in den letzten Jahren dahingehend verändert, dass beide B-Stämme gleichzeitig im Umlauf waren oder sogar der B-Stamm vorherrschte, der nicht im Impfstoff enthalten war.

Für die Saison 2012/2013 empfahl die WHO daher erstmals einen tetravalenten Impfstoff (Vierfach-Impfstoff), der zwei A- und zwei B-Virusstämme abdeckt und somit einen im Vergleich breiteren Impfschutz bietet.

Influenza Risiken nicht unterschätzen

Anders als eine Erkältung oder ein „grippaler Infekt“ ist die Influenza eine hochansteckende und teils sogar lebensgefährliche Viruserkrankung.

Bei unkompliziertem Verlauf und wenn keine zusätzlichen Infektionen hinzukommen klingen die Beschwerden in der Regel nach etwa einer Woche wieder ab. Wobei es bis zur gänzlichen Erholung zuweilen allerdings deutlich länger dauern kann.

Die Influenza kann jedoch auch schwer verlaufen und sogar zum Tod führen. Die Risiken dürfen nicht unterschätzt werden. Das hat die vergangene Grippesaison erneut deutlich gezeigt.

Schwerer Verlauf mit vielen Komplikationen

Komplikationen entwickeln sich häufig dann, wenn bakterielle Infektionen hinzukommen. Durch die Grippeviren ist der Körper geschwächt und leicht angreifbar. Mögliche Foleerkrankungen sind unter anderem Lungenentzündungen (sekundäre Pneumonie) und Herzmuskelentzündungen, Mittelohrentzündungen, Gehirnentzündungen (Enzephalitis).

Eine Studie aus Südkorea, die kürzlich im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, hat gezeigt, dass in den ersten sieben Tagen einer virologisch bestätigten Influenza-Infektion das Herzinfarkt-Risiko auf das 6-fache erhöht ist. Bei der Influenza B, die im vergangenen Winter grassierte, stieg das realtive Herzinfarktrisiko sogar auf das 10-fache.

Auch wir im Prävent Centrum hatten in der vergangenen Grippesaision 2017/2018 sehr viele Patienten mit schwerem Verlauf und Komplikationen. Zum einen hatten viele Betroffene sehr lange mit ihrer Grippe zu kämpfen. Darüber hinaus gab es zahlreiche Erkrankte mit Herz-Kreislauf-Komplikationen. Insbesondere Herzmuskelentzündungen wurden oft diagnostiziert.  Auch sehr viele junge Patienten, besonders Sportler bzw. sportliche Menschen waren betroffen.

Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen, Patienten mit geschwächtem Immunsystem oder bestehenden Vorerkrankungen (z.B. Herzschwäche, Diabetes, Nierenerkrankungen). Häufig wissen Patienten aber gar nicht, dass sie zu einer Risikogruppe gehören. Die letzte umfassende Vorsorgeuntersuchung liegt möglicherweise lange zurück, und viele Erkrankungen (z.B. Herzschwäche, Diabetes) bleiben lange unbemerkt. Sportler neigen zum Beispiel auch dazu, sich zu überfordern und so ihr Immunsystem zu schwächen.

Grippeimpfung: die effektivste Präventionsmaßnahme

Auch wenn eine Grippeimpfung naturgemäß keinen 100%igen Schutz bieten kann: Nach wie vor bleibt sie die wichtigste und effektivste Präventionsmaßnahme. Sie verringert das Risiko vor schwerwiegenden Krankheitsverläufen. Gegenüber den trivalenten Impfstoffen bietet die tetravalente Variante eine weitaus zuverlässigere Abdeckung und schließt gefährliche Immunitätslücken.

Wer sollte sich impfen lassen?

Die ständige Impfkommission empfiehlt die Influenza-Impfung vor allem für Risikogruppen. Dazu gehören:

  •  über 60-jährige Patienten
  • Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel
  • Menschen mit Asthma, Diabetes oder chronischen Herz-, Kreislauf-, Leber- oder Nierenerkrankungen
  • alle Personen, die Kontakt zu solchen Risikogroppen haben, vor allem Medizin- und Pflegepersonal und Beschäftigte in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr.

Wir im Prävent Centrum halten die Grippeimpfung grundsätzlich für jeden für sinnvoll und empfehlen, sich individuell beraten zu lassen.

Wann sollte man sich impfen lassen?

Die erfahrungsgemäß beste Jahreszeit für die Impfung ist der Herbst (ab September). Ein ausreichender Schutz wird nach 10 bis 14 Tagen aufgebaut.

Patienten, die sich kurz vor dem Impfen angesteckt haben, wird die Grippe daher nicht erspart bleiben. In solchen Fällen die Influenza-Impfung zu verdächtigen, ist jedoch falsch, denn von der Grippeimpfung kann man keine Grippe bekommen.

Trotz Impfung auftretende Atemwegsinfekte wie z. B. Erkältungen werden durch andere Erreger verursacht, die nicht selten irrtümlich für eine Grippeerkrankung gehalten werden.

Die Grippeschutz-Impfung ist in der Regel gut verträglich.

Unser Ärzteteam im Prävent Centrum rät:

„Die jährliche Grippeschutzimpfung ist eine sinnvolle Präventionsmaßnahme, die das Risiko für eine Influenza-Erkrankung und insbesondere für schwere Krankheitsverläufe vermindert. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an, lassen Sie sich beraten und lassen Sie sich rechtzeitig impfen.

Und mit einem Erinnerungsservice (Recall System) können Sie sich jährlich regelmäßig an diese wichtige Vorsorge erinnern lassen.