Grippe und Diabetes: Schutzimpfung besonders wichtig

Diabetes, Blutzuckermessung

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Impfung gegen Influenza schützt Diabetiker vor schweren Komplikationen

Auch wenn die Influenza in der Regel erst ab Januar Hochkonjunktur hat, so gibt es schon jetzt die ersten Grippefälle. Zu den besonders gefährdeten Menschen gehören Diabetiker. Grippe und Diabetes ist eine gefährliche Kombination. Mit einer Schutzimpfung kann das Risiko schwerer Komplikationen bis hin zu Todesfällen erheblich minimiert werden. Das belegen zahlreiche Studien.

Grippe und Diabetes: gefährliche Kombination

Chronisch Kranke, so auch Diabetiker, haben in der Regel ein deutlich schwächeres Immunsystem als gesunde Menschen. Somit sind sie schon von Grund auf anfälliger. Und je schlechter Stoffwechsel und Blutzucker eingestellt sind, desto größer ist die Gefahr einer Infektion mit Influenzaviren.

Und kommt es zu einer Grippe, dann kann die Erkrankung wiederum Stoffwechsel und Blutzucker durcheinander bringen. Das gilt insbesondere, wenn ein Diabetiker Insulin spritzt oder der Blutzucker schon vorher schlecht eingestellt war. Der Diabetes kann sich verschlimmern, das Risiko für Unterzuckerung (Hypoglykämie) und Überzuckerung (Hyperglykämie) steigt.

Schwerwiegende Komplikationen

Aber es drohen noch andere Komplikationen bei Grippe und Diabetes, angefangen von Lungenentzündungen, Schlaganfall bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die mitunter auch zu Todesfällen führen können.

In zahlreiche Studien wurde untersucht, mit welchen Risiken Diabetikern zu rechnen haben und wie effektiv eine Schutzimpfung ist.

So ist je nach Studie davon auszugehen, dass Diabetiker im Vergleich zu Menschen ohne Diabetes ein 3- bis 6-fach höheres Risiko haben, aufgrund einer Grippe im Krankenhaus zu landen. Auch das Influenza-assoziierte Sterberisiko ist bei Zuckerkranken um das ca. 6-fache erhöht.

Grippeimpfung senkt Risiko für Komplikationen und Sterblichkeit

Die wichtigste und effektivste Präventionsmaßnahme ist die Grippeschutzimpfung. Das gilt besonders für Diabetiker im fortgeschrittenen Alter (ab 65 Jahren).

So wurde beispielsweise in einer Metaanalyse untersucht, wie sich eine Influenza-Impfung bei Diabetes (Typ-1 oder Typ-2) auf Krankenhauseinweisungen und die Sterblichkeit auswirkt. Im Vergleich zu den nicht geimpften Diabetikern zeigte sich: 45% weniger Hospitalisierung aufgrund von Influenza oder Pneumonie in der Altersgruppe ab 65 Jahren und 43% in der Altersgruppe 18-64 Jahre. Darüber hinaus wurde eine 38% geringere Gesamtsterblichkeit in der Altersgruppe ab 65 Jahren beobachtet.

In einer anderen Studie wurde die Schutzwirkung der Grippeimpfung im Hinblick auf kardiovaskuläre Komplikationen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes untersucht. Für die Geimpften war das Risiko wegen eines Schlaganfalls im Krankenhaus zu landen um 30% reduziert. Die Rate der Hospitalisierungen aufgrund von Herzinsuffizienz sank um 22%, bezüglich einer Influenza oder Pneumonie um 15%. Die Gesamtmortalität reduzierte sich bei den Geimpften um 24%.

Schützen Sie sich vor Grippe

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Grippeimpfung für alle Risikogruppen – mit Vierfach-Impfstoff

Auch die Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI (Robert Koch-Institut) rät ausdrücklich zu einer Impfung bei Risikopatienten wie etwa Menschen mit Diabetes.

Und seit Januar 2018 empfiehlt auch die STIKO den tetravalenten Impfstoff. Gegenüber den trivalenten Impfstoffen bietet die tetravalente Variante eine weitaus zuverlässigere Abdeckung und schließt gefährliche Immunitätslücken

Mehr Informationen zum Thema Grippeimpfung, tetravalenter Impfstoff und Risikogruppen finden Sie auch in unserem Beitrag vom 27. August 2017 hier in unserem Online Magazin: Grippe: Schützen Sie sich rechtzeitig!

Unser Ärzteteam im Prävent Centrum rät:

Auch wenn eine Grippeimpfung naturgemäß keinen 100%igen Schutz bieten kann: Nach wie vor bleibt sie die wichtigste und effektivste Präventionsmaßnahme.  Das gilt besonders für Menschen mit erhöhtem Risiko, zum Beispiel wegen chronischer Erkrankungen. Und dazu gehören auch Diabetiker. 

Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an, lassen Sie sich beraten und lassen Sie sich rechtzeitig impfen.

Und mit einem Erinnerungsservice (Recall System) können Sie sich jährlich regelmäßig an diese wichtige Vorsorge erinnern lassen.