Pollenallergie richtig behandeln

Heuschnupfen: Arzt oder Apotheke?

Frau mit Pollenallergie, Heuschnupfen

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Die Nase läuft oder ist verstopft, Niesen, tränende Augen, Juckreiz … Eine Pollenallergie kann die Lebensqualität massiv beeinträchtigen. Davon können Millionen Heuschnupfen-Geplagte ein Lied singen. Dennoch nehmen viele die Symptome nicht ernst genug. Den Gang zum Arzt erspart man sich. Ab in die Apotheke. Doch Vorsicht: Rezeptfrei heißt nicht unbedenklich und für jeden geeignet. Zudem können freiverkäufliche Präparate allenfalls Beschwerden lindern.

Eine Allergie kommt selten allein

Die unzureichende Behandlung einer Pollenallergie kann schwere gesundheitliche Folgen haben. Häufig entwickelt sich ein chronisches allergisches Asthma. Fachleute nennen dies Etagenwechsel. Und nicht selten reagieren Allergiker im Laufe der Zeit auf immer mehr Pollen und andere Allergene.

Pollenallergie: Verdacht oder Diagnose?

Wichtig ist zunächst eine genaue Diagnose. Handelt es sich überhaupt um eine Pollenallergie? Viele Menschen deuten eine Erkältung als Heuschnupfen oder umgekehrt. Und wenn es sich um eine Allergie handelt: Worauf reagiere ich? Sind es nur die Birken oder vielleicht auch Hausstaub …?

Allergietest gibt Aufschluss

Aufschluss gibt eine umfassende Anamnese, einhergehend mit Allergietests (Hauttest/Pricktest, Blutuntersuchungen). Hilfreich ist auch das Führen eines Allergietagebuches. Mit einem Lungenfunktionstest wird geprüft, ob Asthma bronchiale vorliegt.

Pollenallergie (Heuschnupfen)

Eine Allergie ist einfach ausgedrückt ein „Irrtum des Immunsystems“. Bei der Pollenallergie (Pollinosis/saisonale allergische Rhinitis) reagiert der Körper auf harmlosen Blütenstaub von Pflanzen wie auf gefährliche Fremdkörper.

Typische Allergiesymptome sind: laufende oder verstopfte Nase, Niesen, gereizte, gerötete, tränende Augen, Juckreiz (Nase, Ohren, Mund/Gaumenbereich), juckende Hautausschläge und Atemnot. Damit einhergehend: Schlaflosigkeit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche, zuweilen auch Magen-Darm-Beschwerden.

Tipp: Pollenflugkalender und Allergietagebuch gibt es auch für das Smartphone.

Dr. med. Martin Kranich spricht mit Patientin

Ganzheitlicher Behandlungsansatz

Ausgehend von der Diagnose wird ein individuelles Therapiekonzept erarbeitet. Dieses besteht im Wesentlichen aus drei Säulen:

  1. Vermeidung von Allergenen (Allergenkarenz)
  2. Ursächliche Behandlung
  3. Begleitende Maßnahmen

Die so genannte Allergenkarenz ist bei Pollenallergikern nur bedingt möglich, aber auch hier gibt es Ansatzpunkte, so z. B. Pollenflugfilter im Auto oder Pollenflugkalender. Bei Kreuzallergien ist auf die Ernährung zu achten.

Je nach Befund ist eine ursächliche Therapie angezeigt. Bei der Hyposensibilisierung soll der Körper sich schrittweise an das Allergen gewöhnen. Die sogenannte spezifische Immuntherapie (SIT) dauert bis zu drei Jahren. Im Prävent Centrum erfolgt die Behandlung in Form von Spritzen oder oral.

Bei vielen Patienten erzielen wir auch sehr gute Erfolge mit Akupunktur. Meist sind fünf Sitzungen erforderlich.

Begleitende Maßnahmen beinhalten unter anderem: Beratung zu Lebensstil, Stärkung des Immunsystems, Darmsanierung, Ernährungsberatung, Stressmanagement. Zur Linderung akuter Beschwerden können nach Rücksprache mit dem Arzt Medikamente eingesetzt werden.

Wichtig für einen langfristigen Behandlungserfolg sind regelmäßige Verlaufskontrollen und eine engmaschige Begleitung des Patienten.

Fazit: Bei Verdacht auf Pollenallergie zum Arzt

Wer den Verdacht hegt, an einer Pollenallergie zu leiden, sollte dies nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern abklären lassen. Mit der richtigen und frühzeitigen ganzheitlichen Behandlung können die Symptome erheblich gelindert werden oder gar verschwinden. Nicht zuletzt kann so ein Fortschreiten und insbesondere der gefürchtete Etagenwechsel vermieden werden.

Die ganzheitliche Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten gehören zu den Tätigkeitsschwerpunkten unseres Autors Dr. med. Martin Kranich.