Schlaganfall: Nicht nur Zeit ist Hirn

Erkennen und Handeln – Vorbeugen und Vermeiden

Schlaganfall, Blutversorgung im Gehirn

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Alle 3 Minuten schlägt er zu. Alle 9 Minuten stirbt ein Patient an seinen Folgen. Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und häufigste Ursache für eine erworbene Behinderung bei Erwachsenen. Bis zu 40% der Patienten versterben innerhalb eines Jahres. Von den Überlebenden bleiben ein Jahr später etwa 64% pflegebedürftig.

Umso wichtiger: Erstens rasches Handeln in einer Notfallsituation, um einen irreparablen Hirnschaden zu vermeiden. Zweitens Vorsorge, um einen Schlaganfall zu vermeiden.

Schlaganfall: Auslöser

Ausgelöst wird ein Schlaganfall meist durch ein Blutgerinnsel (Blutpfropf), das ein Gefäß im Gehirn verstopft (ischämischer Schlaganfall). Dieses Gerinnsel kann sich direkt im Gehirn bilden, etwa durch entzündliche atherosklerotische Veränderungen in einer Arterienwand. Überwiegend sind es jedoch Gerinnsel aus anderen Körperteilen, die über das Blut ins Gehirn geschwemmt werden. Auch eine Gehirnblutung kann verantwortlich für den Schlaganfall sein. Das ist aber eher selten.

Zeit ist Hirn

Die Folge: Das Gehirn wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und Hirngewebe stirbt ab. Nicht umsonst spricht man auch vom Hirnschlag. So wie der Herzinfarkt, ist auch der Schlaganfall immer ein Notfall. Zeit ist Hirn. Je schneller gehandelt wird, desto besser die Chance, neurologische Schäden zu begrenzen.

Daher ist es wichtig, bei entsprechenden Symptomen sofort den Rettungsdienst zu alarmieren (Notruf 112). Und zwar lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

Schlaganfall Symptome

Schlaganfall FAST-TestTypische und häufige Schlaganfall Symptome sind

  • plötzliche Schwäche
  • Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen (meist einseitig)
  • Sprachstörungen (Verwirrung, Wortfindungsstörungen)
  • Sehstörungen (Gesichtsfeldausfall, Doppelbilder)
  • Schwindel und Gangunsicherheit (Gleichgewicht / Koordination)
  • starke Kopfschmerzen (nicht immer)
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Wahrnehmungsstörungen bezogen auf die Umwelt oder den eigenen Körper

Die Symptome treten in der Regel unvermittelt auf. Für Außenstehende gibt es einen recht einfachen Schnelltest: den FAST-Test (siehe Grafik).

Bei nur EINEM der o.g. Punkte gilt: Nicht zögern und umgehend den Rettungsdienst alarmieren (Notruf 112)!
Auch wenn die Symptomatik eventuell nach wenigen Minuten verschwindet!

Erstversorgung und Behandlung beim Schlaganfall

Nach der Erstversorgung vor Ort bringen die Notärzte die Patienten möglichst in ein Krankenhaus mit einer so genannten Stroke Unit (engl. = „Schlaganfall-Einheit“). Diese sind auf die Schlaganfall-Behandlung spezialisiert und werden insbesondere durch neurologische Kliniken betreut. Rund 300 solcher Stroke Units gibt es derzeit in Deutschland. Wichtig ist im Notfall auch die Kommunikation zwischen Rettungsdienst und Krankenhaus, damit beim Eintreffen alles bereit ist.

In den vergangenen Jahren hat es viele Fortschritte bei der Akutbehandlung und Therapie von Schlaganfällen gegeben. Aber besser wäre natürlich, es gar nicht so weit kommen zu lassen. 270.000 Schlaganfällen haben wir jährlich in Deutschland. Davon könnten zahlreiche vermieden werden.

Schlaganfall: Risikofaktoren / Ursachen

Zweifelsohne steigt das Risiko mit dem Alter. Ein Großteil der Betroffenen ist über 60. Aber auch jüngere Menschen und selbst Kinder trifft es. Neben dem Alter und genetischer Vorbelastung gibt es zahlreiche beeinflussbare Faktoren. Dazu zählen insbesondere:

  • Vorhofflimmern (unzureichend behandelt)
  • Arteriosklerose, als Folge von Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, erhöhtem Alkoholkonsum, Rauchen, erhöhtem Cholesterin und Übergewicht
  • Migräne.

Vorbeugen ist Hirn

Die wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen sind:

  • regelmäßige ärztliche Kontrollen (ab einem Alter von 45 Jahren): u.a. zur Früherkennung von Herzrhythmusstörungen (beispielsweise Vorhofflimmern) und zur Kontrolle/Früherkennung von Risikofaktoren (Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes u.a.)
  • gesunde Ernährung: gesundes Essen mit Obst und Gemüse sowie ausreichend Trinken
  • Bewegung und Entspannung: regelmäßig Sport und Entspannungsübungen
  • Risikofaktoren eliminieren: Rauchen und Alkohol reduzieren, möglichst verzichten

Fazit: Der beste Schutz vor Schlaganfall …

Der beste Schutz vor Schlaganfall sind ein gesunder Lebensstil sowie Vorsorge. Mit der rechtzeitigen Behandlung der Risikofaktoren kann man effektiv vorbeugen und das Risiko reduzieren.

Entsprechend kann ich nur jedem raten, an den Stellschrauben zu drehen, die beeinflussbar sind. Schon mit vielen kleinen Dingen im Alltag lässt sich eine Menge erreichen.

Wir unterstützen Sie dabei.